Vogelbeobachtungsstation „Ornithologiepavillon“ an der „Almer Grube“ in Tegernheim

Projektträger:
Gemeinde Tegernheim

LEADER Förderung:
5.754,26 €

Bei der Almer Grube in Tegernheim handelt es sich um eine ausgebeutete Kiesgrube, die in den Jahren 1961 bis 1976 entstand. Die heute vollständig mit Wasser gefüllte Grube ist bis zu 5 Meter tief, hat eine Breite von bis zu 250 Meter und verläuft auf einer Länge von rund 2 Kilometern parallel zur Donau. Nach Ende des Kiesabbaus entwickelte sich hier ein wichtiger Lebensraum für selten gewordene Vogelarten. Auf den zwei Inseln in der Grube brüten mehrere scheue und seltene Vogelarten – Grau- und Nachtreiher sowie der Eisvogel finden hier einen willkommenen Rückzugsraum, der sie vor Fressfeinden und Störungen durch den Menschen schützt. Besonders interessant ist hier eine seltene Nachtreiher-Kolonie mit ca. 10 Brutpaaren, die zusammen mit der zweiten Kolonie im Landkreis Regensburg am Sarchinger Weiher einen Schwerpunkt der bayerischen und sogar gesamtdeutschen Nachtreiher-Vorkommen darstellt. Aber auch im Ufergehölz und v.a. in den naturnahen Weichholzauen leben seltene und auentypische Vogelarten, wie der Pirol, der Teichrohrsänger oder die Weidenmeise.

Damit Vogelkundler, Naturfreunde, Schulklassen und Erholungssuchende die verschiedenen Vogelarten in der Almer Grube gut getarnt vom Ufer aus beobachten können und dabei die Tiere möglichst wenig stören, errichtete die Gemeinde Tegernheim die Vogelbeobachtungsstation in Form eines Weidenpavillons. Dieser hat ein Durchmesser von rund 6,5 Metern, eine maximale Höhe von ca. 4 Metern und wird durch einen 5 m langen und ebenfalls bis zu 4 Meter hohen Weidentunnel betreten. Aufgrund seiner naturnahen Bauweise fügt sich der kuppelartige Pavillon nahtlos in das umgebende Ufergehölz ein. Zwei Schautafeln informieren über die Entstehung und heutige Bedeutung der Almer Grube sowie die Vogelarten, die auf den direkt gegenüber liegenden Inseln in der Almer Grube und im Ufergehölz beobachtet werden können. Zudem lädt eine Sitzbank zum Rasten und Verweilen ein. Neben der Möglichkeit individueller Besuche finden auch geführte Vogelspaziergänge und Vorträge unter fachkundiger Leitung statt, um eine aktive Umweltbildung in Form von persönlichem „Erleben“ heimischer Tier- und Pflanzenarten für alle Bevölkerungsgruppen und Generationen zu fördern.