Wissenschaftliches Konzept zur Neugestaltung des Burgmuseums Wolfsegg

Projektträger:
Kuratorium Burg Wolfsegg e.V.

LEADER Förderung:
43.277,30 €

Die Burg Wolfsegg ist die einzige Burg in der Region, die in ihrem mittelalterlichen Baubestand nahezu unverfälscht erhalten ist. Sie weist reichhaltige denkmalpflegerische und bauhistorische Befunde auf und stellt ein typisches Beispiel für die spannende Geschichte einer Oberpfälzer Ministerialenburg dar. Dieses überregional bedeutende Bau- und Geschichtsdenkmal im Landkreis Regensburg wurde in den Jahren 1986 bis 1989 generalsaniert und dabei das Burgmuseum „Leben auf einer Oberpfälzer Burg“ eingerichtet. Das Burgmuseum befasst sich zum einen mit dem mittelalterlichen Leben allgemein und zum anderen speziell mit der Geschichte der Burg Wolfsegg. Lediglich eine Handvoll weiterer Museen in Bayern können ein ähnliches Angebot vorweisen, allerdings nicht in dieser Ausführlichkeit. Nach rund 30 Jahren ohne nennenswerte Veränderungen sind umfassende Modernisierungs- und Aufwertungsmaßnahmen dringend notwendig, um Burg und Burgmuseum Wolfsegg in ihrer kulturhistorischen und touristischen Bedeutung nachhaltig zu sichern und auszubauen.

Mit Unterstützung weiterer Fördermittelgeber (Kulturfonds Bayern, Bayerische Landesstiftung, Bezirk Oberpfalz) werden bauliche und technische Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen umgesetzt. Zentraler Bestandteil der Aufwertungsmaßnahmen, die mit Unterstützung von LEADER realisiert werden, ist die inhaltliche, räumliche und technische Neugestaltung des Burgmuseums in zwei Stufen.

In der ersten Stufe erstellte das auf Museen und Ausstellungen spezialisierte Büro „Atelier Hackel“ zwischen Dezember 2016 und Juli 2017 ein wissenschaftliches Konzept zur Neugestaltung des Burgmuseums Wolfsegg. Auf insgesamt 132 Seiten wurden die verschiedenen thematischen Inhalte definiert, Art und Standorte der Präsentationsformen / Exponate vorgeschlagen und eine Gestaltungslinie für die Informationsmaterialien (z.B. Informationstafeln und Medienstationen) entwickelt. Dabei entstand auch die Idee, neben dem Leben auf einer Oberpfälzer Burg und der Burg Wolfsegg auch andere Burgen der LEADER-Region im „Burgenzentrum Landkreis Regensburg“ darzustellen. Damit wird zugleich das in den Förderphasen LEADER+ und Leader in ELER entstandene, über 200 Kilometer lange Wanderwegenetz der „Regensburger Burgensteige“ stärker in Wert gesetzt.
Räumlich beschränkt sich das Museumskonzept nicht mehr auf die 14 Räume im Palas der Burg, sondern bezieht das angrenzende „Hollnberger Haus“ als repräsentativen Eingangsbereich, das bisher kaum genutzte Außengelände mit einem beschilderten Rundgang, den Burghof sowie die Burghöhle als Beispiel einer Tropfsteinhöhle im Jura-Karst wesentlich stärker ein.

In der zweiten Stufe werden die Maßnahmenvorschläge aus dem wissenschaftlichen Konzept zur Neugestaltung des Burgmuseums Wolfsegg im Rahmen eines eigenen LEADER-Projektes umgesetzt.