Erweiterung, Aktualisierung und Neugestaltung des Burgmuseums Wolfsegg

Projektträger:
Kuratorium Burg Wolfsegg e.V.

LEADER Förderung:
Voraussichtlich 177.177 €

Die Burg Wolfsegg ist die einzige Burg in der Region, die in ihrem mittelalterlichen Baubestand nahezu unverfälscht erhalten ist. Sie weist reichhaltige denkmalpflegerische und bauhistorische Befunde auf und stellt ein typisches Beispiel für die spannende Geschichte einer Oberpfälzer Ministerialenburg dar. Dieses überregional bedeutende Bau- und Geschichtsdenkmal im Landkreis Regensburgs wurde in den Jahren 1986 bis 1989 generalsaniert und dabei das Burgmuseum „Leben auf einer Oberpfälzer Burg“ eingerichtet. Das Burgmuseum befasst sich zum einen mit dem mittelalterlichen Leben allgemein und zum anderen speziell mit der Geschichte der Burg Wolfsegg. Lediglich eine Handvoll weiterer Museen in Bayern können ein ähnliches Angebot vorweisen, allerdings nicht in dieser Ausführlichkeit. Nach rund 30 Jahren ohne nennenswerte Veränderungen sind umfassende Maßnahmen zur Erweiterung, Aktualisierung und Neugestaltung des Burgmuseums dringend notwendig, um Burg und Burgmuseum Wolfsegg in ihrer kulturhistorischen und touristischen Bedeutung nachhaltig zu sichern und auszubauen.

Dazu erarbeitete in der ersten Stufe das auf Museen und Ausstellungen spezialisierte Büro „Atelier Hackel“ zwischen Dezember 2016 und Juli 2017 ein 132 Seiten umfassendes wissenschaftliches Konzept mit Grafikentwurf zur Neugestaltung des Burgmuseums Wolfsegg. Darin wurden die Räumlichkeiten überprüft, die thematischen Inhalte definiert, eine Gestaltungslinie für die Informationsmaterialien vorgeschlagen sowie Art und Standorte der Präsentationsformen und Exponate festgelegt.

In der zweiten Stufe werden nun die erarbeiteten Maßnahmen zur inhaltlichen, räumlichen und technischen Aufwertung des Burgmuseums Wolfsegg im Rahmen eines zweiten LEADER-Projektes umgesetzt. Zu Beginn des Jahres 2019 räumten rund 20 ehrenamtlichen Helfer die alte und nicht mehr benötige Museumsausstattung aus und bereiteten damit die Räumlichkeiten für die neue Dauerausstellung vor. Selbstverständlich wurde aber nicht alles entsorgt, historische Originalexponate bleiben natürlich erhalten und kehren nach dem Umbau in das Burgmuseum zurück. Im Hauptbereich des Burgmuseums, den die 14 Räume im Palas der Burg darstellen, werden vielfältige Informationen zu unterschiedlichen Aspekten des Lebens in einer Oberpfälzer Burg allgemein und speziell der Geschichte der Burg Wolfsegg wissenschaftlich vertieft und mit Hilfe moderner Präsentationsformen (u.a. mit 3-D-Modellen und Medienstationen) den Besuchern anschaulich präsentiert. Thematisch dazu passend entsteht hier auch das Regensburger Burgenzentrum. Dabei werden die wichtigsten Burgen in der Region Regensburg, die im Rahmen der „Regensburger Burgensteige“ (LEADER-Projekte in den zurückliegenden Förderphasen LEADER+ und Leader in ELER) durch ein über 200 Kilometer langes Wanderwegenetz und Informationsmaterialien miteinander vernetzt wurden, inhaltlich betrachtet und dargestellt.

Das direkt angrenzende „Hollnberger Haus" wurde baulich bereits umgestaltet und als repräsentativer Eingangsbereich mit einer Medienstation räumlich und inhaltlich stärker in das Museumskonzept eingebunden. Ebenso werden der Burginnenhof und die darin befindlichen Gebäude baulich angepasst, die Burghöhle als Beispiel einer Tropfsteinhöhle im Jura-Karst genauer betrachtet und der Burgberg mit rund zehn Informationstafeln lehrpfadartig aufgewertet (z.B. Geologie des Burgbergs, umgebende Flora und Fauna oder Burgkapelle), womit auch diese Bereiche zukünftig stärker in das Museumskonzept eingebunden sind.